Nicht länger schweigen

Ich beobachte, was derzeit in den sozialen Medien geteilt wird – und ich kann nicht schweigen.

  • Wenn antifaschistische Proteste mit Repressionen der DDR gleichgesetzt werden,
  • wenn rechte Rhetorik als „mutiger Diskurs“ gefeiert wird,
  • wenn Begriffe wie „Rassismus“ oder „Faschismus“ als bloße Etiketten abgetan werden –

dann ist es Zeit, sich daran zu erinnern, worum es wirklich geht.

Deshalb hier in aller Deutlichkeit:

Es geht nicht um Meinungsfreiheit, wenn Menschenrechte relativiert werden.

Es geht nicht um Dialog, wenn man mit jenen spricht, die andere entmenschlichen.

Demokratie bedeutet nicht, alles sagen zu dürfen – sondern Verantwortung für das Gesagte zu übernehmen.

Und es geht nicht um Demokratie, wenn ihre Verteidiger zu Tätern erklärt werden.

Ich schreibe dies, weil ich weiß, dass Sprache nicht nur spalten, sondern auch schützen kann – und weil Schweigen niemals neutral ist.

Unsere Demokratie wurde nie durch Schweigen verteidigt, sondern durch Menschen, die widersprochen haben, als es unbequem war.

Ich stehe für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft.

Und ich widerspreche – leise, aber bestimmt – jeder Umdeutung, die das Gegenteil normalisieren will.

Denn Demokratie ist nicht bequem – sie ist lebendig, und sie braucht uns alle.